Liquid Archive im Global Heritage Lab: Kunst, Erinnerung und Wasser in Bonn


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Ein Abend zwischen Wasser, Erinnerung und kolonialer Spurensuche
Mit der Ausstellungseröffnung von Liquid Archive lädt das Global Heritage Lab in Bonn zu einem Kunsterlebnis ein, das Kunstgeschichte, Erinnerungskultur und zeitgenössische Bildsprache auf eindrucksvolle Weise verbindet. Jasmine Togo-Brisby entwickelt aus Videoarbeit und Fotografie eine ästhetische Erfahrung, in der Wasser als Speicher von Verlust, Widerstand und Fürsorge erscheint.
Ein Raum für Werkbetrachtung und historische Tiefenschärfe
Im Zentrum steht die Videoarbeit Mother Tongue (2020), die die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Mutter und Tochter am Wrack der Don Juan zeigt. Das Bildfeld öffnet eine vielschichtige Werkbetrachtung: Das Meer wird nicht nur als Landschaft lesbar, sondern als Träger von Geschichte, als Raum kolonialer Gewalt und familiärer Erinnerung. Die Ausstellung verknüpft diese Perspektive mit der Fotoserie From Bones and Bellies (2021), die weibliche Körper als Mahnmale kolonialer Gewalt und zugleich als Zeichen von Resilienz und Heilung erscheinen lässt.
Jasmine Togo-Brisby: Kunst als Forschung, Erinnerung als Praxis
Jasmine Togo-Brisby ist eine vierte Generation australischer South Sea Islander mit Wurzeln in Ambae und Santo, Vanuatu. Ihre Arbeiten kreisen um die Geschichte des sogenannten Blackbirding, also die Verschleppung von Menschen aus dem Pazifikraum zur Arbeit auf australischen Plantagen. In Bonn wird diese künstlerische Forschung in einen musealen und pädagogischen Kontext gestellt, der koloniale Vergangenheit, extraktive Wirtschaftsweisen und gegenwärtige Wissensfragen miteinander verschränkt.
Global Heritage Lab als Ort kultureller Bildung
Das Global Heritage Lab der Universität Bonn versteht sich als transdisziplinärer Forschungs- und Ausstellungsraum an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Genau darin liegt die Stärke dieser Präsentation: Sie verbindet Kuratierung, Museumspädagogik und kritische Geschichtsarbeit zu einem Lernraum, der nicht belehrt, sondern öffnet. Besucherinnen und Besucher begegnen einer Ausstellung, die nicht nur informiert, sondern zur Reflexion über koloniale Kontinuitäten, ökologische Zusammenhänge und Formen des Erinnerns anregt.
Ausstellungsatmosphäre zwischen Licht, Wasser und Archiv
Die Präsentation verspricht eine ruhige, konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Bildräume, filmische Sequenzen und fotografische Arbeiten erzeugen eine stille Intensität, in der Licht, Oberfläche und Raumwirkung eng zusammenwirken. Wer sich auf diese Ausstellung einlässt, erlebt keine lineare Erzählung, sondern ein offenes Archiv aus Bildern, Körpern und Stimmen.
Fazit: Ein Muss für Kunstinteressierte in Bonn
Liquid Archive ist eine Ausstellung für alle, die zeitgenössische Kunst als gesellschaftliche und historische Erkenntnisform erleben möchten. Die Eröffnung bietet die ideale Gelegenheit, die Arbeiten von Jasmine Togo-Brisby in ihrer ganzen poetischen und politischen Kraft zu entdecken. Ein Besuch in Bonn lohnt sich für alle, die ein tiefgründiges Kunsterlebnis suchen und Kunst als ästhetische Erfahrung mit Haltung schätzen.
Offizielle Kanäle von Jasmine Togo-Brisby:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden
Quellen:
- Global Heritage Lab - Liquid Archive
- Global Heritage Lab - Information for Visitors
- Global Heritage Lab - Startseite
- Global Heritage Lab - About
- Global Heritage Lab - Impressum
- Art Gallery of South Australia - Jasmine Togo-Brisby
- Institute of Modern Art - Jasmine Togo-Brisby
- Rausgegangen Bonn - Ausstellungseröffnung Liquid Archive










