Anne Frank – Ausgelöscht für immer: Gezeichnete Erinnerung in Bonn


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Erinnern mit dem Stift: Anne Frank – Ausgelöscht für immer
Ein stiller Raum, ein Blatt Papier und die Wucht der Geschichte: Der inklusive Zeichenworkshop Anne Frank – Ausgelöscht für immer lädt am 4. März 2027 in der Bundeskunsthalle Bonn dazu ein, sich künstlerisch mit Erinnerung, Ausgrenzung und den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.
Geschichte wird zur gezeichneten Erzählung
Im Mittelpunkt steht das Künstlerbuch von Andreas Maus. Der Kölner Künstler erzählt darin die Lebensgeschichte von Anne Frank in dichten, vierfarbigen Kugelschreiberzeichnungen: von der unbeschwerten Kindheit Anne und Margots über die Flucht der Familie in die Niederlande bis zum grausamen Schicksal im Konzentrationslager. Die Dramaturgie der Bilder verbindet persönliche Lebensgeschichte mit den politischen und gesellschaftlichen Bedingungen des NS-Regimes.
Kunst zwischen Empathie und Zumutung
Die Inszenierung des Workshops setzt nicht auf Distanz, sondern auf eine unmittelbare Begegnung mit Bildern. Zarte Erinnerungsmomente treffen auf verstörende Darstellungen von Gewalt, Verfolgung und Folter. Gerade in diesem Kontrast liegt die künstlerische Spannung: Andreas Maus zeichnet mit großer Empathie, verschweigt jedoch nicht die Brutalität der Geschichte. Das Bühnenbild ist hier das Papier, die Akustik entsteht aus dem Kratzen des Stifts, und die Lichtstimmung wandert zwischen Nachdenklichkeit und innerer Unruhe.
Eine inklusive Form der Vermittlung
Der Zeichenworkshop richtet sich an Schüler*innen in Förderschulen, Jugendliche und Erwachsene in Betreuungseinrichtungen, gemeinnützigen Werkstätten sowie Menschen aus Altenpflege- und Tagespflegeeinrichtungen. Die begrenzte Gruppe ermöglicht eine konzentrierte Theater- und Kunstatmosphäre, in der Wahrnehmung, Gespräch und eigenes Gestalten miteinander verbunden werden. Das Bühnenerlebnis entsteht nicht durch Schauspielkunst, sondern durch die aktive Auseinandersetzung mit Bildsprache, Erinnerungskultur und historischer Verantwortung.
Andreas Maus und die Kraft der Zeichnung
Andreas Maus arbeitet im Kunsthaus KAT18 in Köln und entwickelt neben Zeichnungen auch Künstlerbücher, Malerei, Skulpturen und Collagen. Für seine künstlerische Arbeit wurde er 2021 als erster Preisträger des Euward 8 ausgezeichnet. Sein Künstlerbuch Ausgelöscht für immer. Anne Frank erschien 2023 im Verlag StrzeleckiBooks und umfasst 152 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
Ein Vormittag, der nachwirkt
Die dreistündige Veranstaltung verbindet kulturelle Bildung, bildnerisches Arbeiten und historische Erinnerung. Sie eröffnet einen geschützten Zugang zu einem schweren Thema und macht sichtbar, wie Kunst persönliche Perspektiven auf Gewalt, Menschenwürde und gesellschaftliche Ausgrenzung schaffen kann.
Fazit: Erinnerung braucht eine eigene Stimme
Besucher*innen erwartet kein gewöhnlicher Museumsbesuch, sondern ein konzentriertes, inklusives Bühnenerlebnis zwischen Zeichenkunst, Geschichte und gemeinsamer Reflexion. Wer Anne Frank und die Erinnerung an die NS-Verbrechen nicht nur betrachten, sondern kreativ und unmittelbar weiterdenken möchte, findet in diesem Workshop einen eindringlichen Zugang. Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich.
Offizielle Kanäle von Bundeskunsthalle und Kunsthaus KAT18:
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- Website: Bundeskunsthalle
- Kunsthaus KAT18: Kunsthaus KAT18










