Große Evangelische Kirche Oberkassel - Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter
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Bonn

Kinkelstraße 4, 53227 Bonn, Deutschland

Große Evangelische Kirche Oberkassel | Orgel & Gottesdienst

Die Große Evangelische Kirche Oberkassel gehört zu den prägenden evangelischen Kirchenräumen im Bonner Osten und ist eng mit der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter verbunden. Wer die Kirche an der Kinkelstraße 4 betritt, erlebt nicht nur ein historisches Gotteshaus, sondern einen Raum, in dem Architektur, Liturgie und Musik konsequent aufeinander bezogen sind. Gerade dieser Zusammenhang macht die Kirche für Besucherinnen und Besucher interessant: Sie ist Predigtkirche, Denkmal, Konzertort und Gemeindekirche zugleich. Die Gemeinde beschreibt ihre Geschichte als jahrhundertealt und zugleich lebendig weiterentwickelt; seit der Fusion im Jahr 2022 versteht sie sich als Oberkassel-Königswinter mit zwei Gemeindebezirken, vier Kirchen und einem bewusst musikalisch und diakonisch geprägten Profil. Die Große Kirche ist dabei das zentrale Zeichen in Oberkassel und trägt die Erinnerung an die frühere evangelische Entwicklung des Ortes ebenso wie den Anspruch, ein heutiger Ort gelebten Glaubens zu sein. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Geschichte der Großen Evangelischen Kirche Oberkassel

Die Entstehung der Großen Kirche beginnt nicht erst mit dem Baujahr 1907/08, sondern mit einer längeren Entwicklung der Gemeinde. In der Gemeindekonzeption erinnert die Kirchengemeinde daran, dass die ersten evangelischen Anfänge in Oberkassel bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückreichen und die erste evangelische Kirche 1683 fertiggestellt wurde. Die später errichtete Große Kirche steht also in einer langen Reihe evangelischer Präsenz am Ort und markiert einen Wendepunkt: Aus einer älteren, kleineren Dorfkirche wurde ein Neubau, der dem Wachstum der Gemeinde und ihren liturgischen Ansprüchen des frühen 20. Jahrhunderts entsprechen sollte. Auf der offiziellen Kirchenseite wird beschrieben, dass sich die größere Gemeindevertretung am 25. März 1905 erstmals ernsthaft mit der Kirchenbaufrage beschäftigte, nachdem auch das königliche Konsistorium die Notwendigkeit eines Neubaus betont hatte. Damit war der Weg frei für einen Bau, der nicht bloß Ersatz, sondern Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses sein sollte. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Die neue Kirche wurde nach den Plänen des Berliner Architekten Otto March errichtet, der in den Jahren 1907 und 1908 einen Saalbau mit klarem, funktionalem Grundriss entwarf. Die Weihe des Gotteshauses fand am 3. November 1908 statt, und genau dieses Datum ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt der Gemeindegeschichte. In der Festschrift zur Weihe war von einem Neubau die Rede, dessen Losung sich am Psalmwort orientiert, dass man dem Herrn ein neues Lied singen solle. Diese Verbindung aus geistlicher Erneuerung und architektonischem Aufbruch erklärt viel von der Wirkung des Gebäudes. Die Kirche wurde nicht als repräsentative Stadtkirche im klassischen Sinne konzipiert, sondern als Predigtkirche, in der die Sichtbarkeit der Kanzel, eine gute Akustik und die räumliche Nähe der liturgischen Elemente eine entscheidende Rolle spielen. Das macht die Große Kirche Oberkassel bis heute zu einem besonders klar lesbaren Zeugnis protestantischer Kirchenbaugeschichte. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Architektur, Raumkonzept und das Wiesbadener Programm

Architektonisch ist die Große Evangelische Kirche Oberkassel ein Saalbau mit Turm an der Südseite. Die offizielle Beschreibung betont Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit als prägende Eigenschaften des Grundrisses. In der Flucht des Kirchenschiffs liegen Eingangsbauten mit Säulen und geschweiften Dächern, während der westliche Eingangsbau den Aufgang zur Empore und zum Glockengeschoss des Turms aufnimmt. Der Raum verzichtet bewusst auf eine Teilung in mehrere Schiffe. Stattdessen entsteht ein klarer, gemeinsamer Kirchenraum, der die Gemeinde als eine Einheit erfahrbar macht. Diese räumliche Konzentration ist kein Zufall, sondern Ausdruck des sogenannten Wiesbadener Programms, das Altar, Kanzel und Orgel als Verkündigungseinheit versteht. Genau deshalb steht die Kanzel so, dass sie von allen Plätzen aus sichtbar ist, und genau deshalb ist die Orgel nicht nur Begleitinstrument, sondern liturgischer Teil des Raums. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Auch die äußere und innere Gestaltung folgt dieser Idee. Die Kirche verzichtet auf Anleihen bei Romanik und Gotik; stattdessen dominiert eine sachliche Formensprache, die zur Bauzeit von modernen protestantischen Vorstellungen geprägt war. In der offiziellen Beschreibung wird erwähnt, dass der Kontrast von weißem Putz und Schieferflächen den architektonischen Charakter sichtbar macht, während der damalige Jugendstil in Oberkassel nur an wenigen Details wie Leuchtern anklingt. Besonders interessant ist, dass die Kirche im Laufe ihrer Geschichte mehrere Sanierungsphasen durchlief: Mitte der 1960er Jahre wurden Kriegsschäden ausgebessert, später musste ein ungeeigneter Außenanstrich wieder entfernt und durch natürliche Mineralfarben ersetzt werden. 1975 wurde die Kirche als denkmalpflegerisch wertvoll anerkannt; ein Jahr später war sie wegen Einsturzgefahr geschlossen und anschließend umfassend saniert. Dabei wurden Gewölbebögen freigelegt, mit stählernen Zugankern gesichert und Mauerfugen mit Spezialmörtel neu verfestigt. So zeigt die Kirche nicht nur ihre Entstehungszeit, sondern auch die Sorgfalt, mit der ihr Bestand über Jahrzehnte bewahrt wurde. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Walcker-Orgel, Restaurierung und Kirchenmusik

Ein besonderer Schatz der Großen Kirche Oberkassel ist die Walcker-Orgel. Sie wurde 1908 von der Orgelbauanstalt Walcker aus Ludwigsburg gebaut und war von Anfang an eng mit dem liturgischen Raumkonzept verknüpft. Die Gemeinde betont, dass die Orgel im Angesicht der Gemeinde stehen sollte, also nicht versteckt auf einer entfernten Empore. Später gab es bauliche Veränderungen: 1967 verlegte die Firma Peter den Spieltisch mittels elektrischer Traktur auf die Turmempore, doch es kam zu Tonverzögerungen. Deshalb entschied sich das Presbyterium 1972, die Orgel auf die rückwärtige Empore zu verlegen. Bei diesem Umbau wurde Pfeifenmaterial der ursprünglichen Walcker-Orgel mitverwendet. Das ist aus heutiger Sicht ein Glücksfall, weil Gehäuse, viele Pfeifen und weitere Teile wie Windladen erhalten blieben und die historische Substanz nicht verloren ging. Die Kirche erzählt ihre Orgelgeschichte deshalb als einen langen Prozess von Nutzung, Veränderung und Bewahrung. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Besonders wichtig ist die Phase der Restaurierung. Bei einer Überprüfung im Jahr 2017 fiel auf, dass die alte Walcker-Orgel von Schimmel befallen war und zugleich mehr Originalsubstanz erhalten geblieben war, als zunächst vermutet worden war. Danach erstellte der Orgelsachverständige Manfred Schwartz ein Gutachten und ein Leistungsverzeichnis, und im Sommer 2020 startete ein Ausschreibungsverfahren, aus dem die Firma Weimbs aus Hellenthal als Partner hervorging. Zu Pfingsten 2022 erklang die Walcker-Orgel erstmals wieder; später wurde die Gemeinde auch von Bund und Land sowie zahlreichen Spenderinnen und Spendern unterstützt. Auf der Orgelseite wird außerdem deutlich, dass Kirchenmusik in Oberkassel weit mehr ist als ein Begleitprogramm: Es gibt Konzerte, Wunschkonzerte, Orgelprojekte, Spenden- und Patenschaftsmodelle und eine deutlich sichtbare Einbindung der Walcker-Orgel in das Gemeindeleben. Die Gemeindekonzeption von 2024 formuliert das sogar ausdrücklich als Schwerpunkt für die Zukunft: Die kulturhistorisch besondere Walcker-Orgel habe die Orgelmusik neu ins Bewusstsein gerückt und solle zusammen mit anderen musikalischen Gruppen noch stärker klingen. Genau hier liegt eine der stärksten Identitäten des Hauses: Die Kirche ist nicht nur Bauwerk, sondern Klangraum. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Gottesdienste, Termine und Gemeindeleben in Oberkassel

Die Große Kirche Oberkassel ist bis heute ein aktiver Gottesdienstort mit regelmäßigem Profil. In den FAQ der Gemeinde wird beschrieben, dass am 1. Sonntag im Monat um 11 Uhr ein Gottesdienst mit Schwerpunkt Musik in der Großen Kirche gefeiert wird. Am 3. Sonntag im Monat findet ebenfalls um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Großen Kirche Oberkassel statt. Die Gemeinde arbeitet insgesamt mit einer Gottesdienstlandschaft, in der die verschiedenen Kirchen unterschiedliche Schwerpunkte haben. So ist die Große Kirche vor allem für musikalisch geprägte Feiern zuständig, während andere Orte wie Dollendorf oder die Christuskirche in Königswinter andere Akzente setzen. Diese Struktur zeigt, dass die Große Kirche kein isolierter Sakralbau ist, sondern Teil eines bewusst gegliederten, modernen Gemeindesystems. Für Menschen, die nach einem Musikgottesdienst, einem klassischen Sonntagsgottesdienst oder besonderen liturgischen Formaten suchen, ist Oberkassel damit ein klarer Anlaufpunkt. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/faq))

Das Gemeindeleben rund um die Große Kirche ist vielfältig. Die offizielle Website verweist auf den aktuellen Gottesdienstplan, auf Veranstaltungen, auf Kirchenmusik sowie auf weitere Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Die Kantorin Stefanie Ingenhaag ist auf der Homepage als Ansprechpartnerin für musikalische Fragen, Chöre und Konzerte genannt. Zugleich ist das Gemeindebüro in der Kinkelstraße 2 erreichbar und dienstags, mittwochs und freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Das ist für Besucherinnen und Besucher praktisch, weil Gottesdienste, musikalische Proben, Gemeindebrief und organisatorische Fragen an einem Ort zusammenlaufen. Die Gemeinde beschreibt außerdem, dass ihre Arbeit von einer langen kirchenmusikalischen Tradition, von ehrenamtlichem Engagement und von diakonischen Projekten getragen wird. Wer die Große Kirche Oberkassel besucht, erlebt deshalb nicht nur einen einzelnen Termin, sondern einen lebendigen Gemeindekosmos mit Konzerten, Chören, Gottesdiensten und einer gut strukturierten Öffentlichkeitsarbeit. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/))

Adresse, Anbindung und hilfreiche Besuchsinformationen

Für die praktische Orientierung ist vor allem die Adresse wichtig: Die Große Evangelische Kirche Oberkassel befindet sich in der Kinkelstraße 4 in 53227 Bonn-Oberkassel. Das Gemeindebüro liegt separat in der Kinkelstraße 2 und ist über die Vorderseite zur Königswinterer Straße zugänglich. Diese räumliche Nähe ist für viele Besucherinnen und Besucher hilfreich, weil kirchliche Fragen, Veranstaltungen und Gottesdienste damit gut zusammengehören. Wer den Ort erstmals besucht, findet also eine klare Struktur vor: Kirche und Gemeindebüro liegen nur wenige Schritte auseinander, gehören aber funktional zu einem gemeinsamen Ensemble. Die Gemeinde nutzt die Große Kirche regelmäßig für Gottesdienste und Kirchenmusik; zugleich wird sie in der öffentlichen Darstellung als Teil eines denkmalprägenden Kirchennetzwerks in Oberkassel beschrieben. So erhält der Standort nicht nur einen religiösen, sondern auch einen kulturhistorischen Wert, der weit über den eigentlichen Gottesdienst hinausgeht. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Auch zur Zugänglichkeit gibt es konkrete Hinweise. Im Programm des Tags des offenen Denkmals wurde die Große evangelische Kirche Oberkassel als rollstuhlgerecht ausgewiesen; außerdem war dort eine Anbindung an den ÖPNV angegeben. Für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder auf barrierearme Zugänge angewiesen sind, ist das ein wichtiges Signal. Dass die Kirche als Denkmal geöffnet wurde und Besucherinnen und Besucher das Gebäude auf eigene Faust erkunden konnten, unterstreicht zusätzlich ihren öffentlich zugänglichen Charakter. Wer die Große Kirche als Ziel für einen Besuch, einen Gottesdienst oder ein Konzert auswählt, trifft also auf einen Ort, der historische Bedeutung, aktive Gemeindearbeit und gastfreundliche Nutzung miteinander verbindet. Gerade die Verbindung von denkmalgeschützter Architektur und lebendiger Nutzung macht den besonderen Reiz aus: Die Kirche ist nicht museal erstarrt, sondern wird gepflegt, bespielt und immer wieder neu in die Gemeinde hinein geöffnet. ([tag-des-offenen-denkmals.de](https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/denkmal/d00ffdc8-d90a-11ec-956a-960000a15311?utm_source=openai))

Bedeutung für Oberkassel-Königswinter und die evangelische Identität

Im größeren Zusammenhang der Gemeinde nimmt die Große Kirche Oberkassel eine Schlüsselrolle ein. Die Gemeindekonzeption beschreibt die Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter als Gemeinde mit zwei Bezirken und vier Kirchen: der Alten Evangelischen Kirche von 1683, der Großen Evangelischen Kirche von 1908, der Dollendorfer Kirche von 1973 und der Christuskirche in Königswinter-Altstadt. Drei dieser Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Für die Gemeinde ist die Große Kirche deshalb nicht nur ein baulicher Mittelpunkt, sondern auch ein starkes Zeichen der Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie verbindet die alte Oberkasseler Tradition mit der heutigen fusionierten Gemeinde, die sich seit 2022 neu organisiert hat. Wer die Kirche betrachtet, sieht deshalb immer auch ein Stück protestantischer Kulturgeschichte am Rhein, das bis heute weitergeschrieben wird. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Gleichzeitig steht das Gebäude für ein evangelisches Selbstverständnis, das auf Verkündigung, Gemeinschaft und musikalische Qualität setzt. Schon der historische Neubau wollte eine Predigtkirche sein, in der Sichtbarkeit, Akustik und die Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel zusammenwirken. Heute setzt die Gemeinde diese Idee in moderner Form fort: musikalische Gottesdienste, Konzerte, Chöre, Orgelarbeit und ein strukturierter Gemeindebetrieb gehören selbstverständlich dazu. Genau deshalb ist die Große Evangelische Kirche Oberkassel ein guter Ort für alle, die eine Kirche mit echter liturgischer Substanz, beeindruckender Orgeltradition und einem klaren architektonischen Profil suchen. Sie ist kein lauter Monumentalbau, sondern ein Raum, der durch Ruhe, Klarheit und Klang wirkt. Wer sie besucht, trifft auf ein Haus, das seine Geschichte nicht versteckt, sondern in Gottesdiensten, Musik und Gemeindeleben sichtbar weiterführt. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Quellen:

  • Offizielle Website der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/))
  • Kurzbeschreibung Große Kirche Oberkassel auf der Gemeindewebsite ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))
  • Walcker-Orgel Oberkassel und Restaurierung ([orgel.kirche-ok.de](https://orgel.kirche-ok.de/))
  • Tag des offenen Denkmals: Große ev. Kirche Oberkassel ([tag-des-offenen-denkmals.de](https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/denkmal/d00ffdc8-d90a-11ec-956a-960000a15311?utm_source=openai))
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Große Evangelische Kirche Oberkassel | Orgel & Gottesdienst

Die Große Evangelische Kirche Oberkassel gehört zu den prägenden evangelischen Kirchenräumen im Bonner Osten und ist eng mit der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter verbunden. Wer die Kirche an der Kinkelstraße 4 betritt, erlebt nicht nur ein historisches Gotteshaus, sondern einen Raum, in dem Architektur, Liturgie und Musik konsequent aufeinander bezogen sind. Gerade dieser Zusammenhang macht die Kirche für Besucherinnen und Besucher interessant: Sie ist Predigtkirche, Denkmal, Konzertort und Gemeindekirche zugleich. Die Gemeinde beschreibt ihre Geschichte als jahrhundertealt und zugleich lebendig weiterentwickelt; seit der Fusion im Jahr 2022 versteht sie sich als Oberkassel-Königswinter mit zwei Gemeindebezirken, vier Kirchen und einem bewusst musikalisch und diakonisch geprägten Profil. Die Große Kirche ist dabei das zentrale Zeichen in Oberkassel und trägt die Erinnerung an die frühere evangelische Entwicklung des Ortes ebenso wie den Anspruch, ein heutiger Ort gelebten Glaubens zu sein. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Geschichte der Großen Evangelischen Kirche Oberkassel

Die Entstehung der Großen Kirche beginnt nicht erst mit dem Baujahr 1907/08, sondern mit einer längeren Entwicklung der Gemeinde. In der Gemeindekonzeption erinnert die Kirchengemeinde daran, dass die ersten evangelischen Anfänge in Oberkassel bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückreichen und die erste evangelische Kirche 1683 fertiggestellt wurde. Die später errichtete Große Kirche steht also in einer langen Reihe evangelischer Präsenz am Ort und markiert einen Wendepunkt: Aus einer älteren, kleineren Dorfkirche wurde ein Neubau, der dem Wachstum der Gemeinde und ihren liturgischen Ansprüchen des frühen 20. Jahrhunderts entsprechen sollte. Auf der offiziellen Kirchenseite wird beschrieben, dass sich die größere Gemeindevertretung am 25. März 1905 erstmals ernsthaft mit der Kirchenbaufrage beschäftigte, nachdem auch das königliche Konsistorium die Notwendigkeit eines Neubaus betont hatte. Damit war der Weg frei für einen Bau, der nicht bloß Ersatz, sondern Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses sein sollte. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Die neue Kirche wurde nach den Plänen des Berliner Architekten Otto March errichtet, der in den Jahren 1907 und 1908 einen Saalbau mit klarem, funktionalem Grundriss entwarf. Die Weihe des Gotteshauses fand am 3. November 1908 statt, und genau dieses Datum ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt der Gemeindegeschichte. In der Festschrift zur Weihe war von einem Neubau die Rede, dessen Losung sich am Psalmwort orientiert, dass man dem Herrn ein neues Lied singen solle. Diese Verbindung aus geistlicher Erneuerung und architektonischem Aufbruch erklärt viel von der Wirkung des Gebäudes. Die Kirche wurde nicht als repräsentative Stadtkirche im klassischen Sinne konzipiert, sondern als Predigtkirche, in der die Sichtbarkeit der Kanzel, eine gute Akustik und die räumliche Nähe der liturgischen Elemente eine entscheidende Rolle spielen. Das macht die Große Kirche Oberkassel bis heute zu einem besonders klar lesbaren Zeugnis protestantischer Kirchenbaugeschichte. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Architektur, Raumkonzept und das Wiesbadener Programm

Architektonisch ist die Große Evangelische Kirche Oberkassel ein Saalbau mit Turm an der Südseite. Die offizielle Beschreibung betont Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit als prägende Eigenschaften des Grundrisses. In der Flucht des Kirchenschiffs liegen Eingangsbauten mit Säulen und geschweiften Dächern, während der westliche Eingangsbau den Aufgang zur Empore und zum Glockengeschoss des Turms aufnimmt. Der Raum verzichtet bewusst auf eine Teilung in mehrere Schiffe. Stattdessen entsteht ein klarer, gemeinsamer Kirchenraum, der die Gemeinde als eine Einheit erfahrbar macht. Diese räumliche Konzentration ist kein Zufall, sondern Ausdruck des sogenannten Wiesbadener Programms, das Altar, Kanzel und Orgel als Verkündigungseinheit versteht. Genau deshalb steht die Kanzel so, dass sie von allen Plätzen aus sichtbar ist, und genau deshalb ist die Orgel nicht nur Begleitinstrument, sondern liturgischer Teil des Raums. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Auch die äußere und innere Gestaltung folgt dieser Idee. Die Kirche verzichtet auf Anleihen bei Romanik und Gotik; stattdessen dominiert eine sachliche Formensprache, die zur Bauzeit von modernen protestantischen Vorstellungen geprägt war. In der offiziellen Beschreibung wird erwähnt, dass der Kontrast von weißem Putz und Schieferflächen den architektonischen Charakter sichtbar macht, während der damalige Jugendstil in Oberkassel nur an wenigen Details wie Leuchtern anklingt. Besonders interessant ist, dass die Kirche im Laufe ihrer Geschichte mehrere Sanierungsphasen durchlief: Mitte der 1960er Jahre wurden Kriegsschäden ausgebessert, später musste ein ungeeigneter Außenanstrich wieder entfernt und durch natürliche Mineralfarben ersetzt werden. 1975 wurde die Kirche als denkmalpflegerisch wertvoll anerkannt; ein Jahr später war sie wegen Einsturzgefahr geschlossen und anschließend umfassend saniert. Dabei wurden Gewölbebögen freigelegt, mit stählernen Zugankern gesichert und Mauerfugen mit Spezialmörtel neu verfestigt. So zeigt die Kirche nicht nur ihre Entstehungszeit, sondern auch die Sorgfalt, mit der ihr Bestand über Jahrzehnte bewahrt wurde. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Walcker-Orgel, Restaurierung und Kirchenmusik

Ein besonderer Schatz der Großen Kirche Oberkassel ist die Walcker-Orgel. Sie wurde 1908 von der Orgelbauanstalt Walcker aus Ludwigsburg gebaut und war von Anfang an eng mit dem liturgischen Raumkonzept verknüpft. Die Gemeinde betont, dass die Orgel im Angesicht der Gemeinde stehen sollte, also nicht versteckt auf einer entfernten Empore. Später gab es bauliche Veränderungen: 1967 verlegte die Firma Peter den Spieltisch mittels elektrischer Traktur auf die Turmempore, doch es kam zu Tonverzögerungen. Deshalb entschied sich das Presbyterium 1972, die Orgel auf die rückwärtige Empore zu verlegen. Bei diesem Umbau wurde Pfeifenmaterial der ursprünglichen Walcker-Orgel mitverwendet. Das ist aus heutiger Sicht ein Glücksfall, weil Gehäuse, viele Pfeifen und weitere Teile wie Windladen erhalten blieben und die historische Substanz nicht verloren ging. Die Kirche erzählt ihre Orgelgeschichte deshalb als einen langen Prozess von Nutzung, Veränderung und Bewahrung. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Besonders wichtig ist die Phase der Restaurierung. Bei einer Überprüfung im Jahr 2017 fiel auf, dass die alte Walcker-Orgel von Schimmel befallen war und zugleich mehr Originalsubstanz erhalten geblieben war, als zunächst vermutet worden war. Danach erstellte der Orgelsachverständige Manfred Schwartz ein Gutachten und ein Leistungsverzeichnis, und im Sommer 2020 startete ein Ausschreibungsverfahren, aus dem die Firma Weimbs aus Hellenthal als Partner hervorging. Zu Pfingsten 2022 erklang die Walcker-Orgel erstmals wieder; später wurde die Gemeinde auch von Bund und Land sowie zahlreichen Spenderinnen und Spendern unterstützt. Auf der Orgelseite wird außerdem deutlich, dass Kirchenmusik in Oberkassel weit mehr ist als ein Begleitprogramm: Es gibt Konzerte, Wunschkonzerte, Orgelprojekte, Spenden- und Patenschaftsmodelle und eine deutlich sichtbare Einbindung der Walcker-Orgel in das Gemeindeleben. Die Gemeindekonzeption von 2024 formuliert das sogar ausdrücklich als Schwerpunkt für die Zukunft: Die kulturhistorisch besondere Walcker-Orgel habe die Orgelmusik neu ins Bewusstsein gerückt und solle zusammen mit anderen musikalischen Gruppen noch stärker klingen. Genau hier liegt eine der stärksten Identitäten des Hauses: Die Kirche ist nicht nur Bauwerk, sondern Klangraum. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Gottesdienste, Termine und Gemeindeleben in Oberkassel

Die Große Kirche Oberkassel ist bis heute ein aktiver Gottesdienstort mit regelmäßigem Profil. In den FAQ der Gemeinde wird beschrieben, dass am 1. Sonntag im Monat um 11 Uhr ein Gottesdienst mit Schwerpunkt Musik in der Großen Kirche gefeiert wird. Am 3. Sonntag im Monat findet ebenfalls um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Großen Kirche Oberkassel statt. Die Gemeinde arbeitet insgesamt mit einer Gottesdienstlandschaft, in der die verschiedenen Kirchen unterschiedliche Schwerpunkte haben. So ist die Große Kirche vor allem für musikalisch geprägte Feiern zuständig, während andere Orte wie Dollendorf oder die Christuskirche in Königswinter andere Akzente setzen. Diese Struktur zeigt, dass die Große Kirche kein isolierter Sakralbau ist, sondern Teil eines bewusst gegliederten, modernen Gemeindesystems. Für Menschen, die nach einem Musikgottesdienst, einem klassischen Sonntagsgottesdienst oder besonderen liturgischen Formaten suchen, ist Oberkassel damit ein klarer Anlaufpunkt. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/faq))

Das Gemeindeleben rund um die Große Kirche ist vielfältig. Die offizielle Website verweist auf den aktuellen Gottesdienstplan, auf Veranstaltungen, auf Kirchenmusik sowie auf weitere Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Die Kantorin Stefanie Ingenhaag ist auf der Homepage als Ansprechpartnerin für musikalische Fragen, Chöre und Konzerte genannt. Zugleich ist das Gemeindebüro in der Kinkelstraße 2 erreichbar und dienstags, mittwochs und freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Das ist für Besucherinnen und Besucher praktisch, weil Gottesdienste, musikalische Proben, Gemeindebrief und organisatorische Fragen an einem Ort zusammenlaufen. Die Gemeinde beschreibt außerdem, dass ihre Arbeit von einer langen kirchenmusikalischen Tradition, von ehrenamtlichem Engagement und von diakonischen Projekten getragen wird. Wer die Große Kirche Oberkassel besucht, erlebt deshalb nicht nur einen einzelnen Termin, sondern einen lebendigen Gemeindekosmos mit Konzerten, Chören, Gottesdiensten und einer gut strukturierten Öffentlichkeitsarbeit. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/))

Adresse, Anbindung und hilfreiche Besuchsinformationen

Für die praktische Orientierung ist vor allem die Adresse wichtig: Die Große Evangelische Kirche Oberkassel befindet sich in der Kinkelstraße 4 in 53227 Bonn-Oberkassel. Das Gemeindebüro liegt separat in der Kinkelstraße 2 und ist über die Vorderseite zur Königswinterer Straße zugänglich. Diese räumliche Nähe ist für viele Besucherinnen und Besucher hilfreich, weil kirchliche Fragen, Veranstaltungen und Gottesdienste damit gut zusammengehören. Wer den Ort erstmals besucht, findet also eine klare Struktur vor: Kirche und Gemeindebüro liegen nur wenige Schritte auseinander, gehören aber funktional zu einem gemeinsamen Ensemble. Die Gemeinde nutzt die Große Kirche regelmäßig für Gottesdienste und Kirchenmusik; zugleich wird sie in der öffentlichen Darstellung als Teil eines denkmalprägenden Kirchennetzwerks in Oberkassel beschrieben. So erhält der Standort nicht nur einen religiösen, sondern auch einen kulturhistorischen Wert, der weit über den eigentlichen Gottesdienst hinausgeht. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Auch zur Zugänglichkeit gibt es konkrete Hinweise. Im Programm des Tags des offenen Denkmals wurde die Große evangelische Kirche Oberkassel als rollstuhlgerecht ausgewiesen; außerdem war dort eine Anbindung an den ÖPNV angegeben. Für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder auf barrierearme Zugänge angewiesen sind, ist das ein wichtiges Signal. Dass die Kirche als Denkmal geöffnet wurde und Besucherinnen und Besucher das Gebäude auf eigene Faust erkunden konnten, unterstreicht zusätzlich ihren öffentlich zugänglichen Charakter. Wer die Große Kirche als Ziel für einen Besuch, einen Gottesdienst oder ein Konzert auswählt, trifft also auf einen Ort, der historische Bedeutung, aktive Gemeindearbeit und gastfreundliche Nutzung miteinander verbindet. Gerade die Verbindung von denkmalgeschützter Architektur und lebendiger Nutzung macht den besonderen Reiz aus: Die Kirche ist nicht museal erstarrt, sondern wird gepflegt, bespielt und immer wieder neu in die Gemeinde hinein geöffnet. ([tag-des-offenen-denkmals.de](https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/denkmal/d00ffdc8-d90a-11ec-956a-960000a15311?utm_source=openai))

Bedeutung für Oberkassel-Königswinter und die evangelische Identität

Im größeren Zusammenhang der Gemeinde nimmt die Große Kirche Oberkassel eine Schlüsselrolle ein. Die Gemeindekonzeption beschreibt die Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter als Gemeinde mit zwei Bezirken und vier Kirchen: der Alten Evangelischen Kirche von 1683, der Großen Evangelischen Kirche von 1908, der Dollendorfer Kirche von 1973 und der Christuskirche in Königswinter-Altstadt. Drei dieser Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Für die Gemeinde ist die Große Kirche deshalb nicht nur ein baulicher Mittelpunkt, sondern auch ein starkes Zeichen der Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie verbindet die alte Oberkasseler Tradition mit der heutigen fusionierten Gemeinde, die sich seit 2022 neu organisiert hat. Wer die Kirche betrachtet, sieht deshalb immer auch ein Stück protestantischer Kulturgeschichte am Rhein, das bis heute weitergeschrieben wird. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/home/aktuelle-downloads/183-gemeindekonzeption-2024/file))

Gleichzeitig steht das Gebäude für ein evangelisches Selbstverständnis, das auf Verkündigung, Gemeinschaft und musikalische Qualität setzt. Schon der historische Neubau wollte eine Predigtkirche sein, in der Sichtbarkeit, Akustik und die Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel zusammenwirken. Heute setzt die Gemeinde diese Idee in moderner Form fort: musikalische Gottesdienste, Konzerte, Chöre, Orgelarbeit und ein strukturierter Gemeindebetrieb gehören selbstverständlich dazu. Genau deshalb ist die Große Evangelische Kirche Oberkassel ein guter Ort für alle, die eine Kirche mit echter liturgischer Substanz, beeindruckender Orgeltradition und einem klaren architektonischen Profil suchen. Sie ist kein lauter Monumentalbau, sondern ein Raum, der durch Ruhe, Klarheit und Klang wirkt. Wer sie besucht, trifft auf ein Haus, das seine Geschichte nicht versteckt, sondern in Gottesdiensten, Musik und Gemeindeleben sichtbar weiterführt. ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))

Quellen:

  • Offizielle Website der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/))
  • Kurzbeschreibung Große Kirche Oberkassel auf der Gemeindewebsite ([kirche-ok.de](https://www.kirche-ok.de/unsere-gottesdienste/unsere-kirchen/grosse-kirche-oberkassel))
  • Walcker-Orgel Oberkassel und Restaurierung ([orgel.kirche-ok.de](https://orgel.kirche-ok.de/))
  • Tag des offenen Denkmals: Große ev. Kirche Oberkassel ([tag-des-offenen-denkmals.de](https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/denkmal/d00ffdc8-d90a-11ec-956a-960000a15311?utm_source=openai))

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